Eine beispielhafte Bewegungsfolge

"Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst." (Moshé Feldenkrais)

Sehr häufig führen wir Bewegungen nur mit wenigen Körperteilen isoliert durch und fixieren andere Bereiche, die dann eine leichte, angenehme Bewegung behindern, statt sich auch mitzubewegen. Wie können wir mehr Bewegungsfreiheit finden, die uns auch spontan im Alltag zur Verfügung steht?

In den folgenden Illustrationen dreht es sich um die Rolle der Seitneigung - unsere Fähigkeit, unseren Rumpf auf einer Seite zusammenzufalten, während sich die gegenüberliegende Seite öffnet. Wichtig ist dies im Alltag z.B. beim Gehen, Treppensteigen und allgemein immer dann, wenn wir uns zu einer Seite hin orientieren.




Burgess-Sidebending-1

Vorher

Betrachten Sie in diesem Beispiel das Anheben des Kopfes: Beim Heben des Kopfes bewegt sich hier lediglich der Hals. Schultern, Brustkorb und Becken bleiben unbeteiligt und fixiert. Die größte Belastung liegt im Bereich der Halswirbelsäule €? dort, im beweglichsten Bereich, entstehen dann am ehesten Beschwerden. Würden sich Schultern, Brustkorb und Becken mehr bewegen, wäre die Belastung der Halswirbelsäule geringer und die Bewegung insgesamt kraftvoller.




Burgess-Sidebending-2

Die obere Hälfte

In einer Feldenkrais-Lektion können wir jetzt zuerst klären, wieviel Bewegungsspielraum im oberen Bereich brach liegt, und wie wir ihn in Bewegung bringen können. Dadurch, dass hier Arm und Kopf eine Einheit bilden, müssen die Rippen in Bewegung kommen €? wie bei einem Akkordeon falten sie sich auf der linken Seite zusammen, während sich die rechte Seite weitet. Gleichzeitig bleibt der Hals unbelastet, da der Kopf mit dem Arm getragen wird. Es braucht meist einige Versuche, bis diese Bewegungskoordination sich wirklich leicht und selbstverständlich anfühlt.




Burgess-Sidebending-3

Die untere Hälfte

Mehr Bewegung des Beckens kann die Bewegung im Rumpf noch weiter verbessern: Das vorsichtige Heben der Beine bringt das Becken in Bewegung. Auch hier findet sich wieder der gleiche Bewegungszusammenhang im Rumpf: die linke Seite faltet sich zusammen, die rechte weitet sich. Hier finden wir ein Beispiel für das Feldenkrais-Prinzip, Wiederholungen zu verwenden, die nicht mechanisch sind, sondern variiert werden und unsere Aufmerksamkeit nicht abdriften lassen.




Burgess-Sidebending-4

Integration der Einzelbewegungen

Als nächster Schritt bietet es sich an, die beiden Einzelbewegungen von der oberen und unteren Hälfte gemeinsam miteinander zu kombinieren. Hiermit wird die bisher größte Bewegung im Rumpf erzielt. Dies vertieft nochmals die Empfindung für den Zusammenhang. Die weitere Variation hilft auch, diesen Bewegungszusammenhang spontan im Alltag zu nutzen.




Burgess-Sidebending-5

Nachher

Zum Abschluss kehren wir nochmals zur ursprünglichen Bewegung zurück. Die Bewegung ist jetzt im Vergleich zum ersten Bild wesentlich besser verteilt. Die größere Integration von Schulter und Becken verringert nicht nur die Belastung auf den Hals, sondern wird auch von einem Gefühl größerer Vitalität begleitet.




Grafiken: Robert Burgess, www.efeld.com

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